Das Kreuz auf der Geissfluh ob Trimbach; Auf stolzen 812 m ü. M. thront das Gipfelkreuz auf der Geissfluh oberhalb von Trimbach bei Olten – nicht ganz Himalaya, aber für den Solothurner Jura durchaus beeindruckend.
Die Ursprünge sind ein Mysterium. Wann genau das Kreuz zum ersten Mal aufgestellt wurde? Tja, das weiss offenbar niemand mehr so genau – oder niemand hat’s aufgeschrieben. Typisch schweizerisch, man macht einfach, statt zu dokumentieren. Was feststeht: Es steht da, es leuchtet, und die Trimbacher und Trimbacherinnen sind stolz drauf.
Das Geissfluhkreuz ist kein gewöhnliches Gipfelkreuz – es ist beleuchtet! Jeden Abend strahlt es über Trimbach und Umgebung. Quasi der Leuchtturm des Juras, nur ohne Meer. Anwohner bestätigen: „Ich sehe das Kreuz jeden Abend leuchten, wunderschön und ein Stück Heimat."
Im Juni 2020 schlug der Sturm zu und machte der Beleuchtung den Garaus. Das Kreuz stand zwar noch, so leicht haut man einen Bewohnenden aus Trimbach nicht um, aber das Licht? Finito.
Am 27. Juni 2020 rückte eine sechsköpfige Truppe um den unermüdlichen Markus Studer aus. Bei nassem Boden nach Regenschauern – weil Helden halt nicht auf Sonnenschein warten – kletterten sie den Felsen hoch und zerlegten das Kreuz fachmännisch in drei Teile, um es zur Sanierung ins Tal zu tragen. Diagnose, keine Katastrophe, nur „normale Abnützungsschäden an den Abdeckungen. Also es isch nüt Schlimms, nur chli müed".
Die Modernisierung – LED sei Dank! Bei der Sanierung wurde gleich auf zeitgemässe LED-Technik umgerüstet. Das Kreuz leuchtet seither nicht nur wieder, sondern auch energieeffizienter. Nachhaltigkeit auf 812 Metern – die Geissfluh geht mit der Zeit!
Tradition muss sein. Nach getaner Arbeit traf sich die Crew standesgemäss im Isebähnli zu einem kleinen Imbiss. Denn: Wer ein Kreuz den Berg runterträgt, hat sich mindestens ein Bier verdient.
Das Geissfluhkreuz ist ein stilles, leuchtendes Wahrzeichen über Trimbach – gepflegt von engagierten Freiwilligen, trotzig gegen Stürme, und sichtbar für alle, die abends mal aus dem Fenster schauen.
— John Steggerda, 18. Aug. 2026