Es mag etwa zwei Jahre her sein. An einem Sonntagmorgen bin ich zur Coop-Tankstelle in Wangen gefahren, um Brötchen zu kaufen. An der Kasse stand hinter mir eine junge Dame. Ich musste feststellen, dass ich mein Geld zu Hause vergessen habe. Ich bat die Kassiererin, sie solle bitte meinen Beutel mit den Brötchen zur Seite legen, ich würde kurz nach Hause nach Rickenbach fahren, um mein Geld zu holen.
Als ich ins Auto einsteigen wollte, kam diese junge Dame, welche an der Kasse hinter mir gestanden hat, zu mir, und sagte: "Entschuldigung, warten Sie doch einen Moment, ich werde die Brötchen für Sie bezahlen." Ich gab ihr zur Antwort: "Das ist nicht nötig, ich wohne nur etwa 500 Meter von hier".
Sie beharrte aber sehr darauf, dass sie diese Brötchen für mich bezahlen wolle. Die junge Dame war in Begleitung einer anderen jungen Frau. Diese blieb draussen bei mir stehen. Ich war derart baff, dass ich diese nur kurz gefragt habe, wo die junge Dame denn wohnen würde – leider nicht nach ihrem Namen. Die Begleiterin sagte, sie wohne in einem alten Bauernhaus im Berg droben.
Als die junge Dame aus dem Laden kam und mir die Brötchen übergab, war ich wie benebelt vor Erstaunen. Ich hab mich bei ihr bedankt und vergessen, nach ihrem Namen und Adresse zu fragen. Bin einfach mit vielen Gedanken nach Hause gefahren.
Ich suche seit damals nach dieser netten jungen Dame. Ich möchte ihr so gerne mit einem kleinen Geschenk meinen Dank aussprechen. Leider hab ich sie noch nicht gefunden.
Dass es in der heutigen Zeit noch so etwas gibt, hätte ich mir im Traum nicht vorgestellt.
— Josef Huser, 7. Juli 2026