Wenn ein Familienmitglied psychisch erkrankt, betrifft das nicht nur den erkrankten Menschen selbst. Auch Angehörige erleben einschneidende Veränderungen in ihrem Leben. Sie machen sich Sorgen, fühlen sich oft hilflos und stehen vor schwierigen Fragen. Sie versuchen, zu unterstützen, Halt zu geben und den Alltag zu bewältigen. Dabei tragen sie die Last der Erkrankung häufig mit – ob sie wollen oder nicht. Nicht selten geraten ihre eigenen Bedürfnisse und Belastungsgrenzen dabei in den Hintergrund. Gleichzeitig erleben Angehörige, dass es der Psychiatrie nicht immer leichtfällt, sie angemessen einzubeziehen. Sie beklagen, dass sie von den Behandelnden ungenügend informiert werden, mit ihren Sorgen allein bleiben oder bei wichtigen Entscheidungen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dabei sind Angehörige oft wichtige Bezugspersonen, die den erkrankten Menschen unterstützen und zum Verständnis seiner Lebenssituation beitragen können. Der Stammtisch bietet Angehörigen die Möglichkeit, sich in einem ungezwungenen Rahmen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und gegenseitiges Verständnis zu erleben. Gemeinsam können sie darüber sprechen, wie sie mit schwierigen Situationen umgehen, ihre eigenen Kräfte stärken und mit den Herausforderungen im Alltag besser zurechtkommen können. Oft hilft bereits die Erfahrung, mit den eigenen Sorgen nicht allein zu sein und Menschen zu begegnen, die Ähnliches erleben. Eingeladen sind Angehörige und Vertraute von psychisch erkrankten Menschen. Eine Einladung ist nicht nötig und es bestehen keinerlei Verpflichtungen. Man kommt und geht, wie es am besten passt. Weitere Auskünfte erhalten Sie über unser Kontakttelefon: 071 866 12 12 Nächster Stammtisch: Donnerstag, 22. Oktober im b’treff Wattwil, alte Bahnhofstrasse 10
— Bruno Facci, Präsident a.i., Angehörige und Vertraute von Menschen mit psychischen Erkrankungen, 21. Okt. 2026