Im Rahmen der Bildungsveranstaltungen luden Lebä 60+ und die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil zum Vortrag Lernen im/vom/trotz/fürs Alter. Prof. Jürg Kesselring, ehem. Chefarzt Neurologie & Neurorehabilitation, fesselte die Besucher mit seinem lebendigen und zuweilen humorvollen Vortrag. Er begann mit der Vorstellung der Kliniken Valens, seinem einstigen Wirkungsort. Anhand einiger Patienten mit neurologischen Problemen, wie dem Hirnschlag, zeigte er die enormen Möglichkeiten der Neurorehabilitation. Die Rehabilitation gelingt, indem man von der normalen Entwicklung der Kinder lernt, um verlorenen Fähigkeiten wie Gehen, Sprechen oder Handfertigkeiten wieder zu erlernen. Das Gehirn als Organ des lebenslangen Lernens spielt dank der dynamischen Plastizität eine grosse Rolle. Um bis ins hohe Alter erfolgreich zu lernen, sind der Glaube an sich selbst, Liebe, Freude, Selbstmotivation und Schlaf ausschlaggebende Faktoren. Selbstdisziplin, Konzentration, Geduld und Gespür für sich selbst erleichtern einem das Lernen. Dabei ist es hilfreich, sich vom Handykonsum zu lösen, um mittels kontinuierlichem Üben sich selbst überlegen zu werden. «Üb erleben» sollte zur Überlebensstrategie werden. Als passionierter Cello-Spieler meinte Jürg Kesselring: «Das Gehirn ist wie ein Cello, man muss es nur spielen. Mit Abwandlung der eher herrischen Feststellung des Philosophen Descartes «Ich denke, also bin ich» in das behutsam-tastende «ich lern’, also wird’ ich», schloss Prof Kesselring seinen faszinierenden Vortrag ab.
— Enzo Fuschini, Lebä 60 plus, 21. Okt. 2026